Die Zeichen einer neuen Zeit

SEESTERN 3 – eine Stilikone der 60er

Die sechziger Jahre waren eine Zeit der Veränderung – auch in der Architektur. Fast lässt sich der gesellschaftliche Konflikt dieser Zeit auch an den Gebäuden nachvollziehen: Auf der einen Seite die gesichtslosen Zweckbauten, die der Wohnungsnot nach dem Krieg geschuldet sind, auf der anderen Seite experimentierte die Architektur mit Materialien, Proportionen, Farbigkeit und stellte die Konventionen auf den Kopf. So entstanden Gebäude, die der Funktionalität eine eigene Ästhetik verliehen und damit bis heute faszinieren. Zu diesen Gebäuden gehört auch der SEESTERN 3, der nicht ohne Grund zum Teil unter Denkmalschutz steht. Er gab den Startschuss und ebnete den Weg für eine neue Büroarchitektur in Deutschland.

Architektur mit Vorbildfunktion

In seiner Formensprache erinnert der SEESTERN 3 an die Architektur Ludwig Mies van der Rohes, der neben Walter Gropius, Richard Neutra und Le Corbusier Vorbildfunktion für die deutschen Architekten der Nachkriegszeit besaß – so auch für Helmut Rhode, den Architekten des SEESTERN 3.

Unverkennbar ist die Ähnlichkeit des SEESTERN 3 mit der Crown Hall in Chicago von Architekt Mies van der Rohe: Einfache geometrische Formen, gekonnt in ein optimales Verhältnis gesetzt, dominieren den Entwurf. Rhode schuf den Gebäudekomplex als dreigeschossigen, langgestreckten Baukörper mit zwei Lichthöfen, der über eine Brücke im  dritten Stockwerk mit einem zweiten Gebäude, dem Pavillon, zur großzügigen Parkanlage hin verbunden ist.

Der Seestern ist das erste als reines Großraumbüro realisierte Gebäude in Deutschland und gilt als Vorreiter in der Architektur des Bürobaus.

Über 50 Jahre nach seiner Fertigstellung wird das Refurbishment des SEESTERN 3 nun wieder in die Hände seiner Schöpfer gelegt: Das international renommierte Düsseldorfer Architekturbüro RKW Rhode Kellermann Wawrowsky wurde mit der Modernisierung des von ihnen entwickelten revolutionären Gebäudes betraut. Der Kreis schließt sich.